Vertrieb neu denken #11/12

Die Ex­per­tin und Mut­ma­che­rin für au­then­ti­schen Ver­trieb Clau­dia Frei­muth berät und coacht Un­ter­neh­men und Mit­ar­bei­ten­de bei der Op­ti­mie­rung ihrer Ver­kaufs­pro­zes­se. Der elfte Teil ihrer Ko­lum­ne prä­sen­tiert Tipps für ein bes­se­res Zeit- und Or­ga­ni­sa­ti­ons­ma­nage­ment.

Claudia Freimuth ist Autorin, Podcasterin und Inhaberin von Freimuth Teamentwicklung & Prozessentwicklung. claudiafreimuth.de
Clau­dia Frei­muth ist Au­to­rin, Pod­cas­te­rin und In­ha­be­rin von Frei­muth Teament­wick­lung & Pro­zes­s­ent­wick­lung. clau­diaf­rei­muth.de

In der Or­ga­ni­sa­ti­on der ei­ge­nen Ar­beit liegt sehr viel Po­ten­zi­al. Wenn Sie es schaf­fen, Ihre ef­fek­ti­ve, in­di­vi­du­el­le Struk­tur zu fin­den ist das sehr viel wert. Für mich hat sich ein Ta­ges-, Wo­chen- und Jah­res­plan als sinn­voll her­aus­ge­stellt. Der Jah­res­plan hat eine be­frei­en­de Wir­kung auf mich. Diese Her­an­ge­hens­wei­se ist meine per­sön­li­che Für­sor­ge. Hier sehe ich auf einem Blick, wann ich in­ten­si­ve Ar­beits­zei­ten habe und wann ich Zei­ten für mich ein­pla­ne. Die Ta­ges- und Wo­chen­plä­ne geben mir eine wun­der­bar klare Struk­tur, ohne immer wie­der dar­über nach­den­ken zu müs­sen, was ich zu tun habe.

Po­ten­zi­al Check: Zeit­die­be

Mit die­sem Aus­zug einer Liste kön­nen Sie ehr­lich ana­ly­sie­ren, was Ihre größ­ten Zeit­die­be sind. Be­wusst­sein dar­über kann schon zu um­ge­hen­der Ver­än­de­rung füh­ren. Al­ter­na­tiv ist das Er­geb­nis eine schö­ne Grund­la­ge, um die ein­zel­nen Punk­te zu be­ar­bei­ten:

Zeit­pla­nung & Ar­beits­me­tho­dik                 

  • Un­kla­re Ziel­set­zung
  • Ver­such, zu viel auf ein­mal zu tun
  • Spon­ta­ne Prio­ri­tä­ten
  • Zeit­bud­get wird oft falsch ein­ge­schätzt

Per­sön­li­cher Ar­beits­stil               

  • Über­häuf­ter Schreib­tisch
  • Schlech­tes Ab­la­ge­sys­tem
  • Alle Fak­ten wis­sen wol­len
  • EDV-Sys­te­me wer­den nicht be­herrscht

Stö­run­gen von „Außen“             

  • Te­le­fo­ni­sche Un­ter­bre­chun­gen
  • Un­an­ge­mel­de­te Be­su­cher
  • Lang­wie­ri­ge Be­spre­chun­gen
  • Pri­va­ter Tratsch & Schwatz

Selbst­kon­trol­le & Dis­zi­plin

  • Ge­rin­ge Selbst­mo­ti­va­ti­on
  • Un­fä­hig­keit „Nein“ zu sagen
  • Man­geln­de Selbst­dis­zi­plin
  • Auf­schie­be­ri­tis, Un­ent­schlos­sen­heit

Ihre Zeit­die­be las­sen sich alle in den Griff be­kom­men. Prü­fen Sie al­ler­dings vor­her, ob Sie wirk­lich eine Ver­än­de­rung wol­len. Manch­mal be­schwe­ren wir uns, aber zie­hen trotz­dem einen Se­kun­där­ge­winn aus un­se­rer ver­meint­li­chen Zeit­knapp­heit. Der Se­kun­där­ge­winn könn­te sein, dass wir eine Auf­ga­be, die wir ma­chen müss­ten, durch zu wenig Zeit nicht ma­chen brau­chen – also ei­gent­lich auch nicht wol­len. Und dann wäre der Ver­such einer Ver­än­de­rung zu an­stren­gend. Eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen ist es, für viele an­de­re Auf­ga­ben zu de­le­gie­ren. Wir glau­ben, wir kön­nen diese Auf­ga­ben am bes­ten lösen und geben dabei an­de­ren nicht die Chan­ce, es viel­leicht sogar bes­ser zu ma­chen.

Prag­ma­ti­sche Hin­wei­se und Tipps für ef­fi­zi­en­tes Ar­bei­ten

Die nächs­ten Be­schrei­bun­gen sind sinn­vol­le und prag­ma­ti­sche Werk­zeu­ge au­ßer­halb der klas­si­schen Werk­zeu­ge, die ich wei­ter unten auf­ge­führt habe. 

  1. Er­lau­ben Sie sich kon­zen­trier­tes Ar­bei­ten. Dazu dür­fen Sie auch ein­mal das Te­le­fon um- bzw. aus­stel­len. Das gilt so­wohl für Büros oder Groß­raum­bü­ros als auch im Ho­me­of­fice. In allen Si­tua­tio­nen gibt es Ab­len­kun­gen wie So­ci­al Media, die Sie ab­stel­len kön­nen.
  1. Wenn Sie die Chan­ce haben, dann set­zen Sie sich die Ter­mi­ne nach Ihrem Bio­rhyth­mus. Sind Sie mor­gens oder abends pro­duk­ti­ver am Schreib­tisch, um Pro­jek­te/Vor­gän­ge aus­zu­ar­bei­ten, dann kann es Sinn er­ge­ben, Mee­tings in den Nach­mit­tag zu legen.
  1. Bauen Sie einen zeit­li­chen Puf­fer Das schützt Sie vor Stress und in­te­griert Un­vor­her­ge­se­he­nes. 

Die wich­tigs­ten Werk­zeu­ge für die größ­ten Zeit­fres­ser

Die nächs­ten Be­schrei­bun­gen sind sinn­vol­le und prag­ma­ti­sche Werk­zeu­ge, die schnell für Klar­heit und Struk­tur sor­gen. Es sind Klas­si­ker, die sich be­währt haben und die größ­ten Zeit­fres­ser­po­ten­zia­le aus­he­beln.

  1. Das Ei­senhow­er-Prin­zip

Die Ei­senhow­er-Me­tho­de be­sagt, dass die Wich­tig­keit ge­gen­über der Dring­lich­keit immer den Vor­rang hat. Im Ar­beits­all­tag las­sen wir uns viel­fach von der Dring­lich­keit trei­ben, an­statt auch über die Wich­tig­keit nach­zu­den­ken.

  1. Die ABC-Ana­ly­se

Um eine Klas­si­fi­zie­rung der Auf­ga­ben gemäß Ihrer Prio­ri­tät zu er­rei­chen, lis­ten Sie Auf­ga­ben über einen ge­wis­sen Zeit­raum auf. Im nächs­ten Schritt wer­den die auf­ge­lis­te­ten Auf­ga­ben in ein Prio­ri­tä­ten­ras­ter ge­bracht, um sie nach Wich­tig­kei­ten ein­zu­tei­len.

  1. Pare­to-Prin­zip

Das Pare­to-Prin­zip wird auch die „80-zu-20-Re­gel“ ge­nannt, und be­sagt, dass 80 Pro­zent der Er­geb­nis­se mit 20 Pro­zent des Ge­samt­auf­wan­des er­reicht wer­den. Die ver­blei­ben­den 20 Pro­zent der Er­geb­nis­se er­for­dern mit 80 Pro­zent des Ge­samt­auf­wan­des die quan­ti­ta­tiv meis­te Ar­beit. Also ist es emp­feh­lens­wert, sich dafür zu sen­si­bi­li­sie­ren, wie viel Zeit Sie für die rest­li­chen 20 Pro­zent Er­geb­nis­se ver­wen­den wer­den und ob 80 Pro­zent nicht auch aus­rei­chen. Die Bot­schaft da­hin­ter ist: Hal­ten Sie sich nicht zu lange mit Per­fek­ti­on auf!

  1. Mee­tings

In der An­zahl und dem Ver­lauf von Mee­tings liegt sehr viel Po­ten­zi­al, Zeit ein­zu­spa­ren und Pro­duk­ti­vi­tät zu stär­ken. Anbei ei­ni­ge prag­ma­ti­sche Emp­feh­lun­gen, die sich im All­tag gut an­wen­den las­sen.

  • Vor­be­rei­tung,

wie zum Bei­spiel eine Agen­da er­stel­len und/oder die The­men nach einer Kom­mu­ni­ka­ti­ons­struk­tur auf­zu­be­rei­ten: 1. Pro­blem 2. Lö­sungs­an­satz 3. Un­ter­stüt­zung.

  • Struk­tur und Ab­lauf,

wie zum Bei­spiel einen Mo­dera­tor und Time­kee­per be­stim­men, damit die Zei­ten ein­ge­hal­ten wer­den.

  • Er­geb­nis­se,

wie zum Bei­spiel ein Pro­to­koll mit To-do-Lis­te zu er­stel­len: kurz, kna­ckig, über­sicht­lich mit der In­for­ma­ti­on „Wer macht was bis wann?“

  • Raum für Krea­ti­vi­tät,

damit wich­ti­ge Im­pul­se Gehör fin­den.