Zahlen und Prognosen zum österreichischen Büromöbelmarkt

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz des Beratungsunternehmens Interconnection Consulting und des Büromöbelherstellers Wiesner-Hager wurden aktuelle Analysen und Prognosen zum österreichischen sowie mittel- und osteuropäischen Büromöbelmarkt (CEE) präsentiert. OFFICE DEALZZ war dabei.

Interconnection Consulting präsentierte auf der Pressekonferenz Zahlen und Prognosen zum Büromöbelmarkt in Österreich und CEE. Abbildung: Interconnection Consulting
Interconnection Consulting präsentierte auf der Pressekonferenz Zahlen und Prognosen zum Büromöbelmarkt in Österreich und CEE. Abbildung: Interconnection Consulting

Nach einem schwierigen Jahr 2025 stabilisiert sich der österreichische Büromöbelmarkt im Jahr 2026. Allein Sitz-Steh-Arbeitsplätze werden bis 2029 voraussichtlich mit einer jährlichen Wachstumsrate von 6,8 Prozent zulegen – deutlich schneller als der Gesamtmarkt. Die echte Erholung steht jedoch noch bevor: Für 2027 wird eine deutliche Beschleunigung des Wachstums erwartet, wobei der Markt im Jahresvergleich um 6,3 Prozent expandieren soll, so Interconnection Consulting. Wiesner-Hager erzielte im Geschäftsjahr 2025/2026 einen Umsatz von 39,0 Millionen Euro (2024/2025: 45,0 Millionen Euro, 2023/2024: 47,0 Millionen Euro). Für das Geschäftsjahr 2026/2027 erwartet das Unternehmen einen Umsatz vom 43,0 Millionen Euro.

Moderates Wachstum erwartet

Der österreichische Markt wird 2026 um moderate 1,0 Prozent auf 262,3 Millionen Euro wachsen, nachdem er im Vorjahr um 7,9 Prozent zurückgegangen war, so die Prognose von Interconnection Consulting. Der langsame Start spiegelt wider, dass Unternehmen nach einem Jahr verschobener Investitionen noch immer abwägen, ob sie erneut in Büroflächen investieren sollen, wobei die Bautätigkeit erst allmählich anzieht. Mittel- und Osteuropa erholt sich schneller: Der CEE-Büromöbelmarkt wird 2026 voraussichtlich um 5,3 Prozent wachsen und 1,25 Milliarden Euro erreichen, gestützt durch ein stärkeres zugrunde liegendes Wirtschaftswachstum und einen aktiveren Bausektor in der gesamten Region, so das Beratungsunternehmen.

Unterschiedliche Entwicklung der Märkte

Österreich ist der stärker auf Ergonomie ausgerichtete Markt, auf dem Sitz-Steh-Arbeitsplätze bereits 9,4 Prozent des Umsatzes ausmachen, verglichen mit nur 2,5 Prozent in Mittel- und Osteuropa. Dieses Segment wächst in Österreich am schnellsten, zusammen mit Loungesitzmöbeln. In Mittel- und Osteuropa hingegen bleibt der Markt eher traditionell, wobei Drehstühle allein 31,7 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.

Vertriebsstrukturen in Österreich und im CEE-Markt

In Österreich erfolgen fast 59 Prozent des Büromöbelumsatzes direkt vom Hersteller an den Kunden. In Mittel- und Osteuropa machen Direktverkäufe nur 39,7 Prozent aus. „Mittelfristig hat der CEE-Raum ein sehr hohes Wachstumspotenzial, da es einen Trend zu höherwertigen Lösungen gibt. Hier gibt es noch viel Luft nach oben“, meint Frederik Lehner, Geschäftsführer von Interconnection Consulting.

Blick in die Zukunft

Es wird erwartet, dass beide Märkte bis 2029 weiter wachsen: Österreich wird ein Volumen von 303,1 Millionen Euro erreichen, während sich der CEE-Markt der Marke von 1,46 Milliarden Euro nähern wird, so das Beratungsunternehmen. Diese Entwicklung wird angetrieben durch anhaltende Investitionen in moderne Arbeitsumgebungen und die fortschreitende Erholung der Bürobaukonjunktur.