IWG: 10 Trends für die Arbeitswelt in 2026

Worauf kommt es bei einem modernen Arbeitsplatz an? Profitabilität, Produktivität und das Wohlbefinden des Teams, sagen die Experten der Plattform für hybride Arbeitsflächen International Workplace Group (IWG) Sie präsentieren ihre zehn Top-Trends für die Arbeitswelt in 2026.

Laut IWG wird die Arbeitswelt in 2026 flexibler und rückt das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zunehmend ins Zentrum. Abbildung: IWG
Laut IWG wird die Arbeitswelt in 2026 flexibler und rückt das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zunehmend ins Zentrum. Abbildung: IWG

#1: KI als persönlicher Arbeits-Copilot

2026 übernehmen KI-Systeme Routineaufgaben wie Administration, Informationsrecherche und Terminplanung und reduzieren so den Zeitaufwand deutlich. Mitarbeitende gewinnen dadurch mehr Raum für kreative Arbeit, können sich komplexen Problemstellungen widmen und sinnvollere Arbeitsbeziehungen aufbauen. Ein neuer Trend ist die generationenübergreifende Zusammenarbeit, auch Reverse Mentoring genannt: IWG-Daten zufolge unterstützen 62 Prozent der Gen-Z-Mitarbeitenden ältere Kollegen im Umgang mit KI, um Effizienz und Produktivität zu steigern. 77 Prozent der Führungskräfte geben an, dass dies ihre Produktivität erhöht hat, und ganze 80 Prozent berichten von neuen Geschäftsmöglichkeiten, die sich eröffnet haben.

#2: Rückkehr ja. Aber in mehrere Büros

Betriebe verabschieden sich zunehmend von den vage formulierten Hybrid-Richtlinien und setzen stattdessen auf strukturierte, regionale Netzwerke. Teams werden ermutigt, von verschiedenen, wohnortnahen Standorten aus zu arbeiten. Statt „zurück ins Büro“ heißt es daher immer öfter: „zurück in mehrere Büros“. Ein Beispiel: Microsoft hat angekündigt, dass viele US-Mitarbeitende ab 2026 an mindestens drei Tagen pro Woche im jeweils nächstgelegenen Microsoft-Office arbeiten sollen.

#3: Mikro-Zertifizierungen als neue Währung

Mikro-Zertifizierungen sind kleine, kompetenzorientierte Qualifikationen, die regelmäßiger und gezielter eingesetzt werden als klassische Jahresbeurteilungen. Arbeitgeber unterstützen diesen Trend, indem sie On-Demand-Lernplattformen finanzieren. Das verändert interne Karrierewege: Kompetenzen werden leichter nachweisbar, besser vergleichbar und insgesamt mobiler im Unternehmen.

#4: Die Umkehr des „Quiet Cracking“

Bislang war vor allem von „Quiet Quitting“ die Rede. Mitarbeitende, die bewusst nur noch das Nötigste tun. „Quiet Cracking“ beschreibt eine subtilere Entwicklung: Menschen erfüllen zwar weiterhin ihre Aufgaben, fühlen sich innerlich aber zunehmend ausgebrannt, emotional abgekoppelt und ohne Sinnperspektive. Für 57 Prozent der Beschäftigten sind Micromanagement, zu wenig Aufmerksamkeit und mangelndes Feedback die Hauptursachen.

#5: Fractional C-Suite und Führungskräfte auf Zeit

Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit setzen Unternehmen verstärkt auf Fractional Executives – also Führungskräfte in Teilzeit- oder projektbezogenen Rollen, die hochspezialisierte Expertise ohne die Kosten einer Vollzeitbesetzung bieten. Dies ermöglicht Unternehmen erstklassige strategische Expertise nach Bedarf, während erfahrene Führungskräfte mehrere Engagements parallel wahrnehmen können.

#6: 15-Minuten-Städte – Urbane Realitäten neu gedacht

Das Konzept der 15-Minuten-Stadt, in der Arbeit, Wohnen und Freizeit in kurzer Distanz erreichbar sind, tritt 2026 in eine neue Phase ein. Statt bestehende Stadtteile anzupassen, werden nun komplett neue Städte nach diesen Prinzipien entwickelt. Ein Beispiel hierfür: The Ellinikon (Athen). Eines der größten europäischen Stadtentwicklungsprojekte, das auf dem Gelände des ehemaligen Stadtflughafens mit einer Finanzierung von über acht Milliarden Dollar errichtet wurde. Lokal leben und arbeiten ist das Ziel dieser neu entstehenden Ökosysteme.

#7: Der lokale Dominoeffekt

Hybridarbeit stärkt die Verbindung zu lokalen Umfeldern. Mitarbeitende arbeiten näher an ihrem Wohnort und sind dadurch stärker in das lokale Leben eingebunden. Das fördert Engagement vor Ort und wirkt zugleich positiv auf die Arbeitgebermarke.

#8: Das Office wird zum Hotelerlebnis

Der Arbeitsplatz wird zunehmend wie ein Boutique-Hotel gestaltet. 2026 erwarten uns Concierge-Dienste, kuratierte Food- und Beverage-Angebote sowie ein sensorisches Design, das an hochwertige Hotelkonzepte erinnert. Ein Beispiel ist IWGs neue Partnerschaft mit Yoo, die designorientierte Hospitality-Expertise mit flexiblen Arbeitsräumen verbindet.

#9: Wachsende Nachfrage nach Tagesbüros

Tagesbüros werden zu einem Bestandteil der Arbeitswelt. Sie bieten Arbeitsräume genau dann und dort, wo sie gebraucht werden – ohne langfristige Mietverträge. Mit dem wachsenden Fokus auf Wohlbefinden gewinnen dabei Faktoren wie Tageslicht und Wellness-Angebote an Bedeutung.

#10: Was die Gen Z erwartet

Die Gen Z priorisiert Wohlbefinden, mentale Gesundheit, flexible Arbeitszeiten und sinnstiftende Tätigkeiten, die zu ihren Werten passen. Angesichts wachsender Talentlücken und steigender Ruhestände ist es für Unternehmen wichtig, auf diese Erwartungen zu reagieren. Unternehmen, die Flexibilität, Autonomie und Sinn bieten, können die nächste Generation von Führungskräften erreichen und an sich binden.