Büropapier-Absatz drastisch gesunken

Der PBS-Markt hat 2025 leichte Umsatzverluste verzeichnet und ist auf 12,8 Milliarden Euro gesunken. Zudem ist der Mengenabsatz von Büropapieren seit 2019 um knapp 30 Prozent gesunken. So lauten zwei zentrale Aussagen aus dem „Branchenbericht PBS-Artikel“ des IFH Köln und der BBE Handelsberatung.

Die preisbereinigten Umsätez im Bereich Büropapiere sinken kontinuierlich seit 2020. Abbildung: IFH Köln
Die preisbereinigten Umsätze im Bereich Büropapiere sinken kontinuierlich seit 2020. Abbildung: IFH Köln

Nach zwei von Preissteigerungen geprägten Jahren nach der Pandemie befindet sich der deutsche Markt für Papier, Büro und Schreibwaren (PBS) erneut in einer Phase struktureller Schwäche. Zwar konnte das coronabedingte Umsatzminus zeitweise ausgeglichen werden, seit 2024 zeigt sich jedoch wieder ein rückläufiger Marktverlauf. Prognosen der IFH‑Marktexperten zufolge sank das Marktvolumen im Jahr 2025 auf rund 12,8 Milliarden Euro. Für 2026 wird ebenfalls eine leicht rückläufige Umsatzentwicklung erwartet und auch in den Folgejahren ist von stagnierenden bis leicht sinkenden Umsätzen auszugehen, so das IFH Köln.

Ein eher strukturelles Problem

„Der PBS‑Markt steht weniger vor einem konjunkturellen als vor einem strukturellen Problem. Zunehmend digitalisierte Arbeitsprozesse, Homeoffice‑Regelungen und ein wachsender Nachhaltigkeitsgedanke reduzieren den Bedarf an klassischen Büro‑ und Papierprodukten dauerhaft. Gleichzeitig nimmt die Preissensibilität zu: Online‑Preisvergleiche, längere Lieferzeiten für günstigere Angebote und der Wechsel zu preisaggressiven Anbietern werden zunehmend akzeptiert“, so Dr. Moritz Brandauer, Senior Consultant BBE Handelsberatung.

Büropapiere: Kurzes preisgetriebenes Umsatzwachstum

Haupttreiber der positiven Umsatzentwicklung in den Jahren 2022 und 2023 war die Warengruppe der Büropapiere. Dieses Wachstum basierte jedoch weder auf einer erhöhten Nachfrage noch auf Nachholeffekten nach den Pandemiejahren, sondern war ausschließlich preisgetrieben. Preisbereinigt beziehungsweise in Mengen zeigt sich ein klarer Negativtrend: Seit 2019 ist die abgesetzte Menge an Büropapier um fast 30 Prozent gesunken. Auch im Jahr 2025 setzt sich diese Entwicklung fort. Während der nominale Umsatz mit rund sechs Milliarden Euro weiterhin deutlich über dem Niveau der Jahre 2020 und 2021 liegt, fällt der preisbereinigte Umsatz im gleichen Zeitraum auf rund 4,3 Milliarden Euro zurück.

Fachhandel unter Druck: Alternative Vertriebsformate

Ein Blick auf die Entwicklung der Vertriebswege zwischen 2016 und 2025 zeigt, dass der stationäre Fachhandel weiter an Bedeutung verliert. Besonders in den Innenstädten belasten sinkende Frequenzen und zunehmende Angebotslücken die Marktposition. Das zunehmend fehlende stationäre Angebot begünstigt zugleich das Wachstum des Onlinehandels, der seinen Umsatz seit 2016 verdoppeln konnte. Auch SB-Warenhäuser, der Lebensmitteleinzelhandel sowie Discounter haben seit der Pandemie Marktanteile hinzugewonnen.