IBA-Erhebungen: Umsatzrückgang von Büromöbeln setzt sich fort

Die Büromöbelindustrie steht weiterhin unter Druck. Laut Erhebungen des Industrieverbands Büro und Arbeitswelt e.V. (IBA) blieb der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2026 deutlich unter dem Vorjahreswert. Stabilisierender Faktor ist das Exportgeschäft.

Trotz rückläufiger Umsätze im ersten Halbjahr 2026 setzt die Büromöbelbranche laut dem IBA auf Digitalisierung, Nachhaltigkeit und zukunftsfähige Arbeitsplatzkonzepte. Abbildung: Interstuhl
Trotz rückläufiger Umsätze im ersten Halbjahr 2026 setzt die Büromöbelbranche laut dem IBA auf Digitalisierung, Nachhaltigkeit und zukunftsfähige Arbeitsplatzkonzepte. Abbildung: Interstuhl

Den Erhebungen des IBA zufolge lag der Gesamtumsatz der Branche bei rund 718 Millionen Euro, was einem Minus von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders der Inlandsmarkt bleibt mit einem Rückgang von 8,5 Prozent deutlich belastet. Das Auslandsgeschäft entwickelte sich mit einem Plus von 5,0 Prozent vergleichsweise stabil. Die Exportquote stieg auf 23,9 Prozent.

Verhaltene Signale zum Halbjahresende

Zum Ende des Berichtszeitraums zeichnen sich erste, vorsichtig zu interpretierende Signale ab. Im Juni 2026 lag der Monatsumsatz 7,8 Prozent über dem Vorjahreswert, auch der Auftragseingang zeigte sich im Monatsvergleich etwas stabiler. „Wir sehen vereinzelte Zeichen einer leichten Belebung. Ob daraus ein nachhaltiger Trend wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.“, kommentiert Helmut Link, Vorsitzender des IBA. „Die Nachfrage nach modernen Arbeitsumgebungen ist grundsätzlich vorhanden, aber viele Unternehmen schieben Investitionsentscheidungen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit weiterhin auf.“

Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Investitionsstrategie

Ungeachtet der anhaltend schwierigen Marktlage halten die IBA-Mitgliedsunternehmen ihren Investitionskurs in Zukunftsthemen aufrecht. Mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung des OFML-Standards bietet der IBA die digitale Grundlage für effiziente Planungs-, Vertriebs- und Serviceprozesse. „Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung dafür, dass unsere Mitgliedsunternehmen in einem zunehmend vernetzten Markt wettbewerbsfähig bleiben“, erklärt IBA-Geschäftsführer Stefan Kokkes.

Im Bereich Nachhaltigkeit hat die Branche mit dem IBA-Nachhaltigkeitsstatement zur Kreislauffähigkeit und dem Statement zur Bilanzierung von Treibhausgas-Emissionen wichtige gemeinsame Leitlinien formuliert. Mit newen steht erstmals eine digitale Infrastruktur bereit, die es Unternehmen ermöglicht, bereits genutztes Inventar strukturiert zurückzuführen – ein konkreter Schritt von der Absichtserklärung zur operativen Umsetzung. „Mit newen verbinden wir ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Praktikabilität“, so Kokkes. „Das ist der Ansatz, den unsere Branche braucht.“

Blick auf die Orgatec 2026

Die Branche setzt auf die Orgatec 2026 als wichtigen Impuls. Die internationale Leitmesse für Workspace und Contract Solutions findet vom 27. bis 30. Oktober in Köln statt. Zentraler Bestandteil ist erneut das vom IBA ausgerichtete „Wherever Whenever – Work Culture Festival“, das Architekten, Designer, HR-Verantwortliche und Unternehmensvertreter zusammenbringt. „Der Nachholbedarf an modernen Büroumgebungen ist erheblich“, sagt Helmut Link. „Die Orgatec wird zeigen, wie Wirtschaftlichkeit, Arbeitgeberattraktivität und neue Arbeitsformen zusammenwirken, und kann damit wichtige Impulse für anstehende Investitionsentscheidungen setzen.“