Die internationale Immobilienfachmesse Expo Real ist heute mit einem gemischten Fazit zu Ende gegangen. Vom 5. bis zum 7. Oktober trafen sich in München Experten für Immobilien, Investitionen und Infrastruktur. Während die internationalen Märkte positive Signale senden, bereiten Projekte in Deutschland Sorgen.

Der Immobilienmarkt zeigt erste Anzeichen einer Belebung. Zwar prüfen Investoren wieder mehr Vorhaben, doch anspruchsvolle Finanzierungsbedingungen, hohe Baukosten und regulatorische Hürden erschweren die Umsetzung vieler Projekte weiterhin.
Vor diesem Hintergrund verzeichnete die Expo Real nach eigenen Angaben 1.777 Aussteller aus 37 Ländern (2025: 1.742 Aussteller aus 34 Ländern) und mehr als 42.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 74 Ländern (2025: rund 42.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 70 Ländern). Auf 76.000 Quadratmetern in sieben Hallen standen die Themen Wohnungsbau, Finanzierung und investierbare Infrastruktur im Mittelpunkt, wobei Letztere erstmals einen eigenen Schwerpunkt bildete.
Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München erklärte zur Expo Real: „In einem ambivalenten Marktumfeld trifft leichtes Wachstum auf harte Realität. Während viele Projekte in Deutschland unter erheblichem Druck stehen und die strukturellen Herausforderungen weiter ungelöst sind, gibt es von internationalen Märkten und Partnern ermutigende Signale für das Jahr 2027. Unsere Aufgabe ist es, die Expo Real kontinuierlich weiterzuentwickeln. Mit der Premiere des Bereichs ‚Investierbare Infrastruktur‘ ist uns das erneut gelungen. Dies zeigt die Zukunftsfähigkeit von Europas größter Messe für Immobilien, Investitionen und Infrastruktur.“
Investierbare Infrastruktur als eigener Schwerpunkt
Mit InfrastructureNow griff die Messe die zunehmende Verbindung von Immobilien und Infrastruktur auf. Der neue Bereich erweiterte das Messeangebot um Energie-, digitale und soziale Infrastruktur sowie Verteidigung. Damit rückten die Schnittstellen beider Investmentbereiche und ihre Bedeutung für Immobilienstandorte stärker in den Fokus.
Diese strategische Erweiterung der Immobilienfachmesse stieß bei Ausstellern und Besuchern auf überaus positive Resonanz, wie Alexander Heinzmann, CEO der BPD Immobilienentwicklung, erläutert: „Aus unserer Sicht ist es notwendig, Immobilien und Infrastruktur konsequent zusammenzudenken. Gerade bei größeren Stadt- und Quartiersentwicklungen müssen Wohnen, Mobilität, Energieversorgung, Grün- und Freiräume sowie soziale Infrastruktur von Anfang an gemeinsam geplant werden. Nur wenn diese Bausteine ineinandergreifen, entstehen Quartiere, die langfristig funktionieren und den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen vor Ort gerecht werden.“
Wohnungsbau im Dialog zwischen Wirtschaft und Politik
An die positive Resonanz auf den im Vorjahr eingeführten Bereich „Flexible Housing – Opportunities next door“ knüpfte die Messe mit dem Thema Wohnen an. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie trotz hoher Bau- und Finanzierungskosten sowie langwieriger Planungs- und Genehmigungsprozesse mehr bezahlbarer Wohnraum in Deutschland entstehen kann. Neben dem Neubau ging es um Aufstockung, Umnutzung, serielles und modulares Bauen sowie eine effizientere Flächennutzung. Die Diskussionen zeigten, wie eng politische Rahmenbedingungen, Investitionsentscheidungen und die Projektumsetzung zusammenhängen und wie wichtig der Dialog zwischen Wirtschaft und Politik ist.
Bundesbauministerin Verena Hubertz betonte bei ihrem Besuch: „Die Expo Real ist ein Marktplatz, auf dem alle Gewerke zusammenkommen. Und das brauchen wir dringender denn je. Denn die einfachen Lösungen gibt es nicht. Und deswegen ist die Expo Real für mich ein Ort, wo Menschen zusammenkommen, die etwas bewegen wollen und vielleicht auch mit anderen Antworten nach Hause gehen als sie gekommen sind.“

Transform & Beyond: Lösungen im Fokus
Die Umsetzung konkreter Vorhaben prägte auch den Bereich der Transform & Beyond, in dem die Transformation der Immobilienwirtschaft erneut im Mittelpunkt stand. Unternehmen und Start-ups präsentierten Lösungen für Dekarbonisierung, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Energieversorgung. Die Anwendungen verdeutlichten, wie technologische Innovationen zunehmend Eingang in die Planung, den Bau und den Betrieb von Immobilien finden.
Die nächste Expo Real findet von 4. bis 6. Oktober 2027 in München statt.

