Büromöbelhersteller OKA meldet Insolvenz an

Die OKA Büromöbel GmbH & Co. KG hat beim Amtsgericht in Dresden zum 1. April Insolvenz beantragt. Das Unternehmen mit Sitz in Ebersbach-Neugersdorf im Landkreis Görlitz, Sachsen, ist mit über 200 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Region.

OKA Büromöbel hat zum 1. April Insolvenz beantragt. Abbildung: OKA
OKA Büromöbel hat zum 1. April Insolvenz beantragt. Abbildung: OKA

Zum Insolvenzverwalter wurde Nicolas Rebel von der Wirtschaftsgroßkanzlei White & Case Counsel bestellt. Laut dem Insolvenzverwalter kann der Geschäftsbetrieb vorerst uneingeschränkt fortgeführt werden. Laut Medienberichten ist die Lage im Unternehmen dennoch ernst: Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten hatte die Geschäftsführung die Belegschaft bereits vor einigen Tagen von der Arbeit freigestellt und auch ein zur Firmengruppe gehörendes Geschäft in Dresden wurde kürzlich geräumt. Die Löhne sind für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert. Die Kanzlei White & Case hat bereits die Insolvenz des Büromöbelherstellers König + Neurath aus Frankfurt am Main betreut und für das Unternehmen eine Einigung über ein zukunftsfähiges Fortführungskonzept erzielt.

Traditionsunternehmen mit Expansionsproblemen

Das Unternehmen, das sich aus einer Tischlerei entwickelt hat, besteht bereits seit 1858 und beliefert deutsche und internationale Firmen sowie die öffentliche Verwaltung. Die finanziellen Schwierigkeiten des Traditionsbetriebs resultierten dem Insolvenzberater zufolge vor allem aus Verzögerungen bei der Inbetriebnahme einer weiteren 125.000 m2 großen Fertigungsstätte Polen. OKA-Geschäftsführer Kasper hatte 2023 mit dem Bau der neuen Fabrik in Wykroty bei Bunzlau begonnen. Diese wurde jedoch nie fertiggestellt.

Zeitnahe Abwicklung angestrebt

Laut dem Insolvenzverwalter sollen noch offene Aufträge zeitnah neu terminiert und ausgeliefert werden, um die Liefertreue sicherzustellen. Geschäftsführer Sebastian Kasper, der das Unternehmen in sechster Generation leitet, zeigt sich zuversichtlich. Mithilfe der Sanierungsberater von Dmp Solutions arbeitet das Unternehmen daran, die Firmengruppe neu aufzustellen und die komplexe Finanzierungsstruktur aufzuarbeiten.