Bitkom: Digitalwirtschaft wächst in 2026

Die Digitalwirtschaft zeigt sich weiterhin robust. Der Markt für IT und Telekommunikation (ITK) wächst 2026 voraussichtlich um 4,4 Prozent auf 245,1 Milliarden Euro – getragen vor allem von Software und digitalen Infrastrukturen. Das geht aus einer Analyse des Digitalverbands Bitkom hervor.

Die Digitalbranche wird voraussichtlich auch im Jahr 2026 wachsen. Abbildung: Bitkom
Die Digitalbranche wird voraussichtlich auch im Jahr 2026 wachsen. Abbildung: Bitkom

Im vergangenen Jahr hatten die ITK-Umsätze um 3,9 Prozent auf rund 235 Milliarden Euro zugelegt. Die Zahl der Erwerbstätigen im ITK-Sektor soll im Jahr 2026 um rund 11.000 auf 1,36 Millionen steigen. Die Digitalbranche baut damit ihre Rolle als größter industrieller Arbeitgeber vor dem Maschinenbau, der Elektro- und der Automobilindustrie aus.

Software-Umsätze wachsen um mehr als 10 Prozent

Das Wachstum der Digitalwirtschaft wird weiterhin von der Informationstechnik getragen, allen voran von Software. Für 2026 rechnet der Bitkom in Deutschland mit einem IT-Umsatz von 170 Milliarden Euro, ein Plus von 5,8 Prozent. Besonders dynamisch entwickelt sich erneut das Software-Geschäft, das um 10,2 Prozent auf 58,3 Milliarden Euro wächst. Ein wesentlicher Teil entfällt dabei auf Software für den Betrieb öffentlicher Clouds. Allein mit dieser Cloudsoftware werden 2026 voraussichtlich 38,3 Milliarden Euro umgesetzt, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 16,4 Prozent. Künstliche Intelligenz gewinnt ebenfalls an Dynamik, wenngleich der KI-Markt bislang ein sehr viel kleineres Volumen hat: Die Umsätze mit KI-Plattformen steigen 2026 nach Bitkom-Berechnungen um 61 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro, nachdem sie 2025 bereits um 62 Prozent gewachsen waren. Auch IT-Dienstleistungen legen zu (Umsatz: 54,3 Mrd. Euro, +3,5 Prozent); cloudbasierte Services machen hier mit 35,7 Milliarden Euro inzwischen rund zwei Drittel der Umsätze aus.

Auch der Markt für IT-Hardware entwickelt sich 2026 insgesamt positiv. Der Bitkom rechnet mit einem Umsatzwachstum von 3,9 Prozent auf 57,4 Milliarden Euro, getragen vor allem durch Investitionen in digitale Infrastrukturen. Wichtigster Wachstumstreiber bleibt Infrastructure-as-a-Service – also gemietete Server-, Netzwerk- und Speicherkapazitäten. Dieser Bereich soll 2026 um 21,0 Prozent zulegen und damit erneut stärker wachsen als andere Segmente. Zuwächse verzeichnen zudem Workstations (plus 5,1 Prozent), Mobile PCs (plus 4,5 Prozent) sowie Server (plus 4,3 Prozent). Leicht rückläufig bleiben dagegen weiterhin Consumer Electronics (minus 3,2 Prozent) sowie Tablets (minus 3,5 Prozent).

TK-Markt wächst auf über 75 Milliarden Euro

Für den Teilmarkt Telekommunikation prognostiziert der Bitkom für 2026 ein Umsatzwachstum von 1,2 Prozent auf 75,1 Milliarden Euro. Den größten Anteil daran haben weiterhin die Telekommunikationsdienste, deren Umsätze um 1,3 Prozent auf 54,1 Milliarden Euro steigen. Das Geschäft mit Endgeräten geht dagegen leicht zurück (minus 1,2 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro), da Smartphones endlich auch länger genutzt werden. Deutlich dynamischer entwickeln sich die Investitionen in die Telekommunikationsinfrastruktur, die um 4,6 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro zulegen.

Auch die Investitionen der ITK-Unternehmen in ihre eigene Ausstattung bleiben 2026 auf einem hohen Niveau. 22 Prozent der Unternehmen planen höhere Investitionen als im Vorjahr, 58 Prozent wollen ihre Ausgaben konstant halten. Damit sichert eine klare Mehrheit ihr Investitionsniveau des Vorjahrs. Die Mittel fließen vor allem in Software sowie in Forschung und Entwicklung, daneben auch in Ausrüstung und Gebäude.

Digitalbranche performt besser als die Gesamtwirtschaft

Trotz insgesamt positiver Umsatzentwicklung ist die Geschäftslage der einzelnen Unternehmen sehr uneinheitlich. Das macht der Bitkom-Ifo-Digitalindex deutlich, der sich aus der aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen der Unternehmen berechnet. Zum Jahresende 2025 lag der Index mit minus 4,0 Punkten weiterhin unter der Nulllinie. Während die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage noch leicht positiv bewerten (+1,7 Punkte), fallen die Geschäftserwartungen mit minus 9,4 Punkten deutlich verhaltener aus. Viele Unternehmen stehen damit weiter unter erheblichem Druck. Gleichzeitig zeigt sich die Branche widerstandsfähiger als die Gesamtwirtschaft: Der Bitkom-Ifo-Digitalindex liegt weiterhin klar über dem Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland, der zuletzt bei minus 8,5 Punkten notierte.