Papierindustrie: Keine Trendwende in Sicht

Laut dem Verband Die Papierindustrie hat sich die wirtschaftliche Lage der deutschen Papier- und Zellstoffindustrie im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zur Vorjahresperiode nicht verbessert. Die infolge des Iran-Krieges ausgebremste Konjunktur belastete Nachfrage und Preise.

Laut dem Verband Die Papierindustrie spiegelt die Entwicklung in der Papier- und Zellstoffindustrie das schwierige gesamtwirtschaftliche Umfeld wider. Abbildung: moreno.soppelsa, Depositphotos
Laut dem Verband Die Papierindustrie spiegelt die Entwicklung in der Papier- und Zellstoffindustrie das schwierige gesamtwirtschaftliche Umfeld wider. Abbildung: moreno.soppelsa, Depositphotos

Als Grundstoffindustrie bleibt die Branche dem Verband Die Papierindustrie zufolge eng an die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage und internationaler Wertschöpfungsketten gebunden. Produktion und Umsatz gingen weiter zurück: Die Produktionsmenge sank im ersten Halbjahr 2026 auf 9,4 Millionen Tonnen (-1,4 Prozent), der Umsatz auf 6,9 Milliarden Euro (-7,1 Prozent).

Verpackungspapiere an der Spitze

Verpackungspapiere blieben mit 6,4 Millionen Tonnen (+/-0 Prozent) die mengenmäßig größte Sparte und standen für mehr als 67 Prozent der Gesamtproduktion. Technische und Spezialpapiere behaupteten sich trotz geringerer Mengen (722.000 Tonnen, -0,8 Prozent) als wichtige Absatz- und Erlössäule. Grafische Papiere erreichten mit 18 Prozent den zweitgrößten Produktionsanteil, gingen aber erneut deutlich um 6,9 Prozent auf 1,7 Millionen Tonnen zurück. Auch Hygienepapiere lagen mit 658.000 Tonnen 2,0 Prozent unter dem Vorjahr.

Schwieriges Gesamtwirtschaftsumfeld

Die Entwicklung in der Papier- und Zellstoffindustrie im ersten Halbjahr spiegelt laut Verband das schwierige gesamtwirtschaftliche Umfeld wider. Schwache Investitionen und eine verhaltene industrielle Nachfrage würden die konjunkturelle Erholung bremsen. Gleichzeitig werde die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts durch hohe Energiekosten, Bürokratie und steigende Sozialabgaben belastet, die die Arbeitskosten erhöhen und die Kaufkraft der privaten Haushalte schwächen würden. Als energieintensive Grundstoffindustrie reagiere die Papier- und Zellstoffindustrie besonders sensibel auf diese Rahmenbedingungen. Geopolitische Unsicherheiten hätten zusätzlich das Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern beeinträchtigt und internationale Liefer- und Handelsströme belastet.