Am 4. und 5. Juni fand in Dresden die Generalversammlung der Büroring eG statt. Sie war Teil des PBS-Forums, das vom System-Großhändler PBS Deutschland und dem Büroring gemeinsam veranstaltet wurde. Die Bilanz der vergangenen Jahre fiel ernüchternd aus.
Auf der Generalversammlung präsentierte Büroring-Vorstand Ingo Dewitz eine Strategie für das Jahr 2030. Die Genossenschaft wolle künftig stark auf Digitalisierung setzen. Virtuelle Lagerstrukturen könnten den Zugang zu neuen Lieferanten und einen deutlichen Sortimentsausbau ermöglichen – auf bis zu fünf Millionen Artikel, von denen bis Ende 2026 rund 250.000 verfügbar sein sollen.
Dewitz lieferte auch eine bemerkenswert deutliche Bilanz der vergangenen Jahre seit 2020. Sie fiel sehr ernüchternd aus. Die Einkaufsgenossenschaft hatte im Jahr 2020 noch 325 Mitglieder. Zum Anfang des Jahres 2026 waren es nur noch 214 (auf der offenbar nicht aktuellen Website werden 252 genannt), was einem Rückgang von mehr als einem Drittel entspricht. Im gleichen Zeitraum sei das vom Büroring und seinen Mitgliedern abgewickelte Geschäftsvolumen um die Hälfte gesunken.
Umstrukturierung notwendig
Zu den rückläufigen Zahlen kamen über die Jahre hohe Fixkosten durch eine unrentable Lagerführung hinzu. Das Lager verursachte zuletzt monatliche Verluste im niedrigen sechsstelligen Bereich. Daraus entstanden Liquiditäts- und Ertragskrisen. In der Folge wurde das eigene Lager geschlossen und das Lagergebäude am Standort Haan verkauft. Im Zuge der noch laufenden Restrukturierung trennt sich der Büroring von 47 seiner (laut Website) 74 Mitarbeitenden. Die Belieferung der Mitgliedsunternehmen erfolgt nun über die PBS Deutschland, welche einen Großteil des Büroring-Lagerbestands übernommen hat. Die operative Umsetzung stellt die beiden Unternehmen aktuell vor erhebliche Probleme. Einige Mitglieder der Genossenschaft äußerten ihren Unmut über Lieferschwierigkeiten und Logistikprobleme. Die Restrukturierung ist laut Vorstand noch nicht abgeschlossen und wird sich frühestens 2027 in besseren Geschäftszahlen niederschlagen. Für 2026 wird kein Gewinn erwartet.

