Büromöbel: Deutliches Minus, aber mit Optimismus ins Orgatec-Jahr 2026

Nach aktuellen Erhebungen des Industrieverband Büro und Arbeitswelt (IBA) erzielte die Büromöbelbranche im Jahr 2025 einen Gesamtumsatz von rund 2,2 Milliarden Euro und lag damit 8,8 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Modern und flexibel gestaltete Arbeitsplätze bleiben ein wichtiger Investitionsschwerpunkt der Branche. Abbildung: VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken
Modern und flexibel gestaltete Arbeitsplätze bleiben ein wichtiger Investitionsschwerpunkt der Branche. Abbildung: VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken

Besonders stark betroffen war das Inlandsgeschäft, das um 10,3 Prozent zurückging, während der Auslandsumsatz mit einem Minus von 2,8 Prozent vergleichsweise stabil blieb. Die Exportquote der Branche erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht von 20,5 Prozent auf 21,9 Prozent.

International aufgestellte Unternehmen im Vorteil

Die meisten Verbandsunternehmen waren vom aktuellen Negativtrend betroffen. Dennoch zeigen sich Unterschiede. Besonders robust erwiesen sich Hersteller, die neben klassischem Büromobiliar auch Lösungen für Bildung, Gesundheitswesen oder projektbezogene Objektmöblierung anbieten und in mehreren Märkten aktiv sind. „Unternehmen, die ihr Geschäftsfeld breiter aufgestellt und frühzeitig auch internationale Märkte sowie ergänzende Services erschlossen haben, konnten die Rückgänge insgesamt besser abfedern“, betont Helmut Link, Vorsitzender des IBA. Die im Jahresverlauf leicht steigenden Aufträge aus Märkten außerhalb der EU (plus 2,8 Prozent) unterstreichen zudem die wachsende Bedeutung globaler Absatzstrukturen.

Strukturelle Anpassung statt kurzfristiger Effekte

Die Branche reagierte 2025 mit einer vorsichtigen Anpassung ihrer Kapazitäten. Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl ging um 2,9 Prozent zurück, die geleisteten Arbeitsstunden nahmen um 5,5 Prozent ab. Statt eines flächendeckenden Stellenabbaus setzen viele Unternehmen vor allem auf das Auslaufen befristeter Verträge, natürliche Fluktuation und Zurückhaltung bei Neueinstellungen. „Gleichzeitig nutzen unsere Mitglieder die aktuelle Phase, um ihre Produktivität weiter zu steigern und Digitalisierungsprozesse einschließlich entsprechender Qualifizierungen voranzutreiben“, erläutert Helmut Link.

Verhaltener Ausblick, aber klare Investitionsagenda

Vor dem Hintergrund der aktuellen Konjunkturlage rechnet der IBA kurzfristig nicht mit einer schnellen Trendwende. Gleichzeitig sieht der Verband weiterhin erheblichen Anpassungsbedarf in vielen Bürogebäuden. „Unsere Kunden haben die Neugestaltung ihrer Büros in den vergangenen Jahren vielfach nur aufgeschoben“, erklärt Link. „Sobald sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufhellen, wird dieser Nachholbedarf zum zentralen Treiber für die Nachfrage nach hochwertigen und flexiblen Einrichtungslösungen.“

Orgatec als wichtiger Impulsgeber

Zu den wichtigen Impulsgebern für diesen Wandel zählt auch die Orgatec 2026, die internationale Leitmesse für moderne Arbeitswelten und Contract Business, die von 27. bis 30. Oktober in den Hallen der Koelnmesse stattfinden wird. Mit dem Wherever Whenever – Work Culture Festival als kuratiertem Content und Diskursformat rückt die Branche Fragen der Arbeitskultur, der Flächenstrategien und der neuen Rolle des Büros noch stärker in den Mittelpunkt. „Wir erwarten, dass die Orgatec zu einem wichtigen Katalysator für Investitionsentscheidungen wird, weil dort sichtbar wird, wie sich Wirtschaftlichkeit, Arbeitgeberattraktivität und neue Arbeitsformen verbinden lassen“, so Link.

Ungeachtet der aktuellen Lage investieren zahlreiche Hersteller weiter in zirkuläre Konzepte, digitale Services und Beratungsleistungen entlang des gesamten Projektzyklus. „Viele unserer Mitgliedsunternehmen nutzen die Phase der Zurückhaltung, um ihr Portfolio zu schärfen, neue Märkte zu erschließen und ihre Beratungskompetenz auszubauen“, erläutert Stefan Kokkes, Geschäftsführer des IBA. „So sind sie bestens vorbereitet, wenn Nachfrage und Projektvolumen wieder anziehen.“