Combine Consulting: So lässt sich Büropräsenz verbessern

Die Neuauflage der Büronutzungsstudie des Immobiliendienstleisters Combine Consulting hat gezeigt: Die Büropräsenz in Deutschland stabilisiert sich auf einem niedrigeren Niveau als vor der Pandemie. Das Unternehmen nennt sechs Möglichkeiten und Anreize, die Anwesenheit im Office zu erhöhen.

Combine Consulting Logo

Der Combine-Studie zufolge pendelt sich die Anwesenheit in deutschen Büros zwischen 40 und 50 Prozent ein. Laut den Studienmachern werden die Werte von vor 2020 aktuell nicht erreicht. Bereits 2023 lag der Wert bei 41 Prozent, und selbst an Spitzentagen wird die 50-Prozent-Marke selten überschritten.

Wenig persönlicher Austausch und ungenutzte Flächen

Viele Mitarbeitende kommen eigentlich wegen des Austauschs ins Büro, finden dort aber leere Flächen vor oder verbringen den Tag in Videocalls. Das erzeugt laut Combine-Geschäftsführer Hendrik Grempe einen „klassischen Kreislauf sinkender Präsenz“, da die erhofften sozialen und kollaborativen Vorteile ausbleiben. Trotz Activity-Based-Working verbringen Beschäftigte rund drei Viertel ihrer Zeit am festen Arbeitsplatz, während Besprechungsräume im Schnitt nur zu sieben bis zehn Prozent und Gemeinschaftszonen zu drei Prozent genutzt werden. Die vorhandenen kollaborativen Raumangebote werden kaum aktiviert.

6 Schlussfolgerungen für das Büro 2026

#1: Es braucht Anreize, verschiedene Bürobereiche zu nutzen.
Nicht jede Aufgabe passt zu jedem Arbeitsort. Es lohnt zu überlegen, wofür die Mitarbeitenden eigentlich im Büro zusammenkommen. Eine (neue) Meetingkultur hilft dabei, Videomarathons im Großraumbüro zu vermeiden und vorhandene Angebote zu nutzen.

#2: Interaktion muss aktiv ermöglicht und gestaltet werden.
Präsenz erzeugt nur dann positive Effekte, wenn Räume, Formate und Teamrhythmen Austausch fördern. Reine Einzelarbeit im Büro verfehlt diesen Zweck. Tipp: Gemeinschaftszonen aktiv managen, etwa durch Begegnungsformate und konkrete Anlässe, die zum kollaborativen Arbeiten anregen.

#3: Qualität der Arbeitsumgebung ist wichtiger als reine Flächendimensionen.
Weniger Fläche kann Investitionen in funktionale, akustisch geeignete Hybridräume und aktiv gemanagte Community-Bereiche möglich machen, die den praktischen und kulturellen Wert des Büros erhöhen. Tipp: Desk-Sharing-Quoten mutig justieren. Die tatsächlich gemessene Auslastung erlaubt oft höhere Quoten als angenommen.

#4: Durch konkrete Maßnahmen Präsenz wirksam steigern.
Präsenz mit einem Zweck verknüpfen: Verbindliche Teamrhythmen und Ankertage vor Ort schaffen Anreiz und Verbindlichkeit. Führungskräfte müssen Präsenz vorleben.

#5: Höhere Präsenz zahlt auf Unternehmenserfolg ein.
Wenn mehr Kolleginnen und Kollegen gleichzeitig anwesend sind, entsteht mehr Interaktion, mehr Teamarbeit, mehr Energie. Jeder Euro, der Präsenz produktiver und attraktiver macht, zahlt auf Lernkurven, Innovationsfähigkeit und Bindung ein – das sind Business-Effekte, die leider nicht so leicht in Zahlen zu messen sind.

#6: Arbeit bleibt hybrid: Homeoffice und mobiles Arbeiten mitdenken.
Bei allen Vorteilen hat Präsenz auch Grenzen. Vereinbarkeit und individuelle Arbeitsrhythmen müssen auch weiterhin respektiert und abgebildet werden.