Künstliche Intelligenz wird sich persönlich anfühlen, unsere Aufgaben wirklich verstehen und endlich die Arbeit mit der Arbeit reduzieren. Das prophezeit Andy Wilson, Senior Director of New Product Solutions bei Dropbox, in seinem Ausblick auf 2026.

Das Internet hat den Zugang zu unbegrenzten Informationen eröffnet, mobile Geräte befreien uns von unseren Schreibtischen und die Cloudsoftware ermöglicht Teams eigene Ökosysteme aus spezialisierten Tools aufzubauen. Das hat Geschwindigkeit und Flexibilität gebracht, aber auch einen lauteren und fragmentierten Arbeitsplatz geschaffen. 2026 werden wir jedoch den nächsten großen Wandel in dieser Entwicklung erleben. Wir bewegen uns weg von Tools, die einfach nur Aufgaben ausführen, hin zu einer kontextbezogenen KI, die unsere Prioritäten und die Arbeit, die wir tatsächlich erledigen müssen, auch versteht. Bislang war KI meist generisch, aber ohne Kenntnis der unternehmenseigenen Terminologie oder der Realität des letzten Quartals. Diese Lücke zwischen Intelligenz und Kontext wird sich im kommenden Jahr schließen.
KI wird zum strategischen Assistenten
Nicht die mangelnde Anstrengung hindert Mitarbeitende am Einhalten ihrer Workloads, sondern der Zeitverlust bei der Informationssuche. Dieses Muster ändert sich ab 2026 und KI wird die Koordination übernehmen, die bislang einen großen Teil unserer Aufmerksamkeit aufgefressen hat. Die nächste Generation von Tools wird administrative Arbeiten reduzieren, statt diese für den Anwender immer noch höher aufzutürmen.
Intelligente Kalender sind ein Beispiel für diesen Wandel. Sie entwickeln sich von statischen Terminplänen zu Entscheidungshilfen. Sie identifizieren, welche Besprechungen verschoben werden können, schützen die wichtigen Termine und schaffen Raum für Aufgaben, die Tiefgang erfordern. Sie bewahren auch die kleinen Pausenzeiten des Arbeitstages, in denen beispielsweise bei einem Spaziergang oder einer Tasse Kaffee die Gedanken wieder neu geordnet werden.
Karriere next Level: Expertise trifft Flexibilität
Ein weiterer Trend, der sich 2026 deutlicher abzeichnen wird, ist „Fractional Working“, da immer mehr Führungskräfte eine Karriere im Portfolio-Stil anstreben. Die Gig-Economy hat den Weg für flexiblere Arbeitsweisen bereitet, und die Pandemie hat gezeigt, dass Arbeitsleistung von Führungskräften nicht immer davon abhängt, ob sie sich am selben Ort befinden. Statt sich nur einem einzigen Arbeitgeber zu verpflichten, wählen Führungskräfte im Fractional-Working-Modell eine Kombination von Aufgaben, bei denen sie am meisten bewirken können. Unternehmen besitzen den Vorteil, Zugang zu Fähigkeiten zu erhalten, die ihnen sonst möglicherweise nicht zur Verfügung stünden.

Durch die Koordinationsübernahme der KI ist für 2026 die Zunahme von Fractional-Working wahrscheinlich. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage ergab, dass 97 Prozent der Führungskräfte bereits KI in ihrer persönlichen Arbeit einsetzen. Das zeigt, dass sie zunehmend auf diese Tools zurückgreifen, um Routineaufgaben zu erledigen und ihre Effektivität zu steigern. KI-gestützte E-Mails, intelligente Terminplanung und Wissenswerkzeuge wie Dash tragen dazu bei, Zeitverluste beim Wechsel zwischen Unternehmen zu reduzieren und den Mitarbeitenden einen Überblick darüber zu verschaffen, was jedes Team von ihnen benötigt.
Zukunft der Arbeit 2026: Persönlicher, fokussierter
Es besteht kein Zweifel daran, dass KI-Müdigkeit existiert. Was Menschen brauchen, ist eine Führung, die Rahmen setzt, Vertrauen aufbaut und ihnen Raum gibt, neue Fähigkeiten zu erkunden. Entsprechend kann KI dazu beitragen, gesündere Arbeitsrhythmen zu fördern und den Druck zu verringern, der durch ständige Kontextwechsel entsteht.
Von Features zu Klarheit – die neue Rolle der KI
2026 wird KI einen größeren Teil der Koordination übernehmen und damit Raum für fokussiertes Denken und sinnvolle Arbeit schaffen. In diesem Zuge wird die Technologie unauffälliger und unterstützender und der Schwerpunkt verlagert sich von der Anzahl der Funktionen hin zur Klarheit, die sie ermöglicht. Es wird sich nicht um einen lauten Durchbruch handeln, sondern um einen sanft neugestalteten Arbeitstag, der sich klarer, ruhiger und menschlicher anfühlt.

