Stiftung Warentest: Schadstoffe in Buntstiften und Fasermalern

Kinder malen nicht nur mit Stiften, sie nehmen sie auch gern mal in den Mund oder lecken an ihnen herum. Die Stiftung Warentest hat 35 Sets von Buntstiften und Fasermalern auf ihre Inhaltsstoffe und deren Wirkung untersucht. Mit zum Teil besorgniserregenden Ergebnissen.

  • Im Februar und März 2018 kaufte die Stiftung Warentest 35 Sets von Buntstiften und Fasermalern sowie sechs Tinten ein und ließ die Produkte auf Schadstoffe überprüfen, mit zum Teil alarmierenden Ergebnissen. Abbildung: Stiftung Warentest

In einigen Bunt- und Faserstiften hat die Stiftung Warentest allergene und sogar krebserregende Inhaltsstoffe nachgewiesen. Insgesamt haben zwölf der 35 getesteten Produkte die Note mangelhaft erhalten. Dabei hat es keine Rolle gespielt, ob die Stifte teuer oder preiswert waren. Für die Bewertung der Bunt- und Faserstifte, die nach einer europäischen Verordnung als Spielzeug gelten, waren die Grenzwerte der Spielzeugnorm GS entscheidend. Für die sechs untersuchten Tinten hat die Stiftung Warentest die Grenzwerte der EU-Kosmetikordnung herangezogen.

Ergebnisse zu den Buntstiften

Von den 17 getesteten Buntstiften haben fünf die Note mangelhaft erhalten. In ihnen wurde eine kritische Menge an PAK (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) nachgewiesen. PAK entstehen bei der Verbrennung organischer Materialien wie Holz, Kohle oder Öl und gelangen laut Studie häufig als Verunreinigung in Produkte.

Eine andere bedenkliche Substanz sind aromatische Amine. Diese stammen aus Azofarbmitteln (Farbstoffe, die Stickstoff enthalten). Einige dieser Verbindungen stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. Zwar sind Azofarbstoffe laut Anbieter in schwer löslichen Pigmenten eingebunden und somit unschädlich gemacht worden. Aber selbst wenn in den untersuchten Stiften keine freien Azofarbmittel gefunden wurden, ist nicht auszuschließen, dass sich die Verbindungen bei Kontakt mit Enzymen oder Bakterien auf der Haut von den Pigmenten abspalten können. Sofern die getesteten Stifte keine anderen Schadstoffe enthielten, hat die Stiftung Warentest jene mit Azofarbmittel mit ausreichend bewertet. Besonders häufig sind Azofarbmittel in rotem und gelbem Lack sowie in schwarzen, roten, dunkelbraunen und orangenen Minen zu finden.

Immerhin haben die von der Stiftung Warentest untersuchten Buntstifte keine Weichmacher (Phthalate) oder Schwermetalle enthalten. Gute Noten sind für die Buntstifte der Marken Faber-Castell, Stabilo, Bic Kids, Mäc Geiz und Depesche vergeben worden.

Ergebnisse zu den Faserstiften

Auch die zwölf getesteten Faserstifte haben zum Teil Stoffe enthalten, die in größeren Mengen gesundheitsgefährdend sein können. Ein Grund dafür liegt darin, dass diese Schreibmittel Feuchtigkeit enthalten und Konservierungsstoffe eingesetzt werden, damit die Stifte nicht schimmeln. Zu den Konservierungsstoffen gehören unter anderem Isothiazolinone, die Allergien auslösen können. Der Informations­verbund dermatologischer Kliniken schätzt, dass bis zu zwei Millionen Menschen in Deutsch­land gegen­über einer Art dieser Stoffe, Methylisothiazolinon, allergisch empfindlich sind. Bisher wird die Substanz zum Konservieren von Kosmetika eingesetzt. In Cremes und Salben ist sie aber mittlerweile verboten. Insgesamt ist das Ergebnis zu den Faserstiften sehr durchwachsen.

Sechs der zwölf untersuchten Faserstifte erhielten aber die Note sehr gut. Der Pelikan Colorella Star, der Stabilo Cäppi und der Stylex-Fasermaler erhielten die Note gut. Fünf der sechs untersuchten Tinten enthielten ebenfalls Konservierungsstoffe, die Allergien auslösen können. Dazu zählen wiederum Isothiazolinone, zum Beispiel Methylisothiazolinon und Benzis­othiazolinon. Fünf der sechs Tinten sowie zwei der zwölf Stifte erhielten aufgrund ihrer hohen Werte an Isothiazolinonen ein Mangelhaft.

Teuer ist nicht immer besser

Teure Tinten sind nicht immer die besseren: Die einzige empfehlens­werte Tinte von Schneider ist mit zwölf Cent pro Patrone eher preis­wert. Der Kid‘s-World-Dreikant-Bunt­stift von Mäc Geiz hat trotz seines niedrigen Preises auch verhältnismäßig gut abgeschnitten.